Josefstag 2014

 

Kirche sorgt sich um junge „Flüchtlinge“

Bischof Wiesemann: Benachteiligte Jugendliche brauchen bessere Bildungschancen.

 

Frankfurt, 13. März. „Jugend- und Bildungspolitik müssen sich stärker dafür einsetzen, dass junge Menschen, die auf dem Weg in den Beruf Unterstützung brauchen, ein verlässliches Förderangebot und eine kontinuierliche personale Begleitung bekommen.“ Mit dieser Forderung eröffnet der katholische Jugendbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den bundesweiten Josefstag am Donnerstag im Kolping Jugendwohnen in Frankfurt. Zum Start des Aktionstages für benachteiligte Jugendliche wirbt der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz für eine verbesserte Zusammenarbeit von Politik und den Trägern von Einrichtungen der Jugendsozialarbeit: „Zum Aufbau eines gelingenden Fördersystems ist die Kooperation aller Akteure mit ihren Konzepten und Projekten unabdingbar.“

Gemeinsam mit Wiesemann eröffnen die drei Träger am Donnerstagnachmittag in Frankfurt den achten Josefstag. Dieser steht unter dem Motto „flüchtig?! – Jugend braucht

Jugendbischof Wiesemann mit jungen Flüchtlingen

Perspektiven“. Der dezentrale Aktionstag der katholischen Jugendsozialarbeit stellt junge Menschen vor, die aus unterschiedlichen Gründen flüchtig sind. Wegen politischer Verfolgung, Krieg und Gewalt, Armut, aber auch wegen Überforderung in Schule und Ausbildung, Gewalt im Elternhaus finden sie keine Ausbildung oder keinen Berufseinstieg.

„Diese jungen, flüchtigen Menschen haben schlechtere Startchancen für ein gelingendes Leben. Die vorbehaltlose Annahme dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist seit Jahrzehnten Aufgabe der katholischen Jugendsozialarbeit“, so Jugendbischof Wiesemann. „Der Josefstag macht deutlich, dass junge Menschen in unseren Einrichtungen einen Ort finden, wo sie sich zuhause fühlen können. Hier bekommen sie Sicherheit und Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Probleme", würdigte Bischof Wiesemann das Engagement der rund 300 katholischen Einrichtungen. Diese ermöglichen jedes Jahr etwa 30.000 Jugendlichen einen Einstieg in die Ausbildung und das Berufsleben.

 

Aktionen in ganz Deutschland

 

Zum Josefstag haben Einrichtungen der katholischen Jugendsozialarbeit bundesweit rund um den 19. März neben kirchlichen Würdenträgern auch gesellschaftliche Entscheiderinnen und Entscheidern zu einem Besuch bei und Begegnung mit benachteiligten Jugendlichen eingeladen. Im Trier wird zum Beispiel ein Weihbischof mit der Bürgermeisterin und dem Vorsitzenden der örtlichen Bundesagentur für Arbeit zusammen mit jungen Flüchtlingen in der Metallausbildung kleine Metallengel herstellen und über ihre Herkunft und ihre Arbeit sprechen (19.3., Jugendhilfezentrum Don Bosco Helenenberg). In Lohne wird ein Weihbischof mit dem Bürgermeister Jugendliche aus neun Nationen (21.3.) treffen. Bereits Anfang der Woche traf in Schweinfurt (Bistum Würzburg) ein Weihbischof im Kolping-Bildungszentrum unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge. Für sie ist die Einrichtung „Heimat auf Zeit". Die Jugendlichen lernen Deutsch, sowie die Kultur des Landes kennen und werden im Alltag begleitet. Alle Veranstaltungen des Josefstages sortiert nach Regionen und mehr Infos gibt es unter www.josefstag.de.

 

Der Heilige Josef ist Schutzpatron der Arbeiterinnen und Arbeiter und der Jugendlichen. Seinen Gedenktag begeht die Kirche am 19. März. Der Josefstag findet zum achten Mal statt und ist eine Aktion des „arbeit für alle“ e.V., einer Initiative des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS).

 

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„flüchtig?! – Jugend braucht Perspektive“

Rund um den Gedenktag des hl. Josef, den 19. März 2014, wird in zahlreichen katholischen Einrichtungen der Jugendsozialarbeit auf die Situation benachteiligter Jugendlicher hingewiesen. „flüchtig“ werden jungen Menschen aus unterschiedlichen Gründen: politische Verfolgung, Krieg und Gewalt, Armut, aber auch wegen Überforderung in Schule und Ausbildung, Gewalt im Elternhaus, usw. Mit dem Josefstag 2014 legen wir den Fokus auf junge Flüchtlinge und andere Formen der Benachteiligung. Denn Anlässe, um mit Entscheidern in Kirche, Politik und Gesellschaft ins Gespräch zu kommen, gibt es viele: der Gesprächsprozess der Deutschen Bischöfe, Wahlkampf zum Europaparlament und zu einigen Landtags- und Kommunalwahlen, genauso wie im Gespräch mit Bundestagsabgeordneten, die nun den gerade unterschriebenen Koalitionsvertrag mit „Leben“ füllen werden. Zur Unterstützung von Trägern und Verantwortlichen in der Jugend(verbands)arbeit stehen Materialien im Downloadbereich bereit.

Aktuelle Informationen gibt es auch immer unter www.facebook.com/josefstag

 

Die bundesweite Auftaktveranstaltung hat am 13. März 2013 in Frankfurt stattgefunden!

 
Niemand in der Welt fühlt sich heute dafür verantwortlich; wir haben den Sinn für brüderliche Verantwortung verloren […]. Die Wohlstandskultur, die uns dazu bringt, an uns selbst zu denken, macht uns unempfindlich gegen die Schreie der anderen; sie lässt uns in Seifenblasen leben, die schön, aber nichts sind, die eine Illusion des Nichtigen, des Flüchtigen sind, die zur Gleichgültigkeit gegenüber den anderen führen, ja zur Globalisierung der Gleichgültigkeit. In dieser Welt der Globalisierung sind wir in die Globalisierung der Gleichgültigkeit geraten. Wir haben uns an das Leiden des anderen gewöhnt, es betrifft uns nicht, es interessiert uns nicht, es geht uns nichts an!“
Aus der Predigt von Papst FRANZISKUS
bei seinem Besuch auf der Flüchtlingsinsel LAMPEDUSA
Montag, 8. Juli 2013
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